Ruheinseln im Garten – Wie viele Plätze braucht ein Garten?

Nach einem sehr arbeitsreichen Wochenende im Garten habe ich am Sonntag Nachmittag das Gartenwerkzeug weggelegt. Ich liebe die Gartenarbeit. Kann kaum durch den Garten gehen ohne nicht hie und da „nur schnell etwas zu tun“. Und generell sprießen nicht nur die Pflanzen sondern auch meine Ideen. Vielleicht sehe ich den Garten daher auch als großen Erholungsraum. Wenn man sich das ganze Jahr um die Pflanzen kümmert, braucht es auch Plätze um deren Anblick zu genießen. Und so haben wir viele Plätze um im Freien sitzen zu können.

Als wir das Haus vor dem Kauf besichtigt haben, gab es nur zwei Plätze. Eine Sitzgruppe im Garten beim Griller und eine auf der Terrasse.

Wir haben schon alleine auf der Terrasse, die sehr groß ist, drei. Mein Mann hat anfangs oft gescherzt, wenn ich die nächste Sitzmöglichkeit in den Garten integriert habe. Aber mittlerweile nutzt und schätzt auch er die verschiedenen Umgebungen die sie bieten. Als ich mich am Sonntag zum Entspannen umgezogen habe und zum Pool ging, entstand der Gedanke Dich einmal mitzunehmen. Auf einen Rundgang durch unseren Garten und auch meine Gedanken mit Dir zu teilen.

Die westseitige Hauptterrasse

Westseitig am Haus liegt unsere Hauptterrasse mit einer direkten Verbindung zur Küche durch das Küchenfenster. Das war der Grund warum wir hier unseren Garten-Esstisch mit einer schönen großen Markise gemacht haben. Das Verbindungsfenster zur Küche ist sehr praktisch, weil man alles was nicht vom Griller sondern aus der Küche kommt, direkt durchreichen kann. Und die Markise beschattet nicht nur den Esstisch, sondern schützt auch gleich die Küche vor direkter Sonneneinstrahlung.

Die Terrasse liegt am Dach der Garage und ist dementsprechend groß. So haben wir auch noch Platz für eine Sonnenliege in der Ost-Ecke und eine kleine Bank in der West-Ecke. Ich liebe diese beiden Plätze. Gerade die Liege ist oft ein Fixpunkt nach dem Essen, denn auch sie wird durch die Markise beschattet. Dort nach dem Essen ein kleines Nickerchen zu machen finde ich sehr entspannend. Die kleine Sitzbank in der anderen Ecke nutze ich hingegen meist, wenn ich nachmittags während der Arbeit mal schnell eine kurze Kaffeepause mache.

Von der Terrasse führen zwölf Stufen in den Garten. Jeweils drei sind in einer Gruppe seitlich weitergezogen und erstrecken sich zu einem Sitzpodest. Es ist ein wenig wie in diesen alten Schwimmbädern, in denen es einen Liegebereich in Form von großen Stufen neben dem Becken gab. Die Sonne trocknet und wärmt das Holz schon sehr früh im Jahr und so bieten die Stufen immer ein Plätzchen für ein schnelles Getränk, ein Eis oder auch mal einen Kaffee.

Die Südterrasse mit Garten und Poolbereich

Die Stiege führt zu einer großen gepflasterten Terrasse. Diese Fläche gab es schon als wir das Haus gekauft haben und wir haben sie, auch fast gleich belassen. So lange die Kinder klein waren, war die große Fläche toll. Sie konnten dort im Sommer Rad, Roller und Rollschuh fahren und im Winter lernen mit Skiern zu rutschen und Kugeln für Schneefamilien rollen. Zweimal konnte sie sogar Eislaufen. Ich muss aber sagen, heute würde ich es anders lösen. Definitiv weniger pflastern! Denn optisch ist die langgezogene Fläche kein Highlight und im Sommer ist sie furchtbar heiß.

Neben bzw. leicht in die Pflasterfläche hineinragend gibt es dann noch unsere S(tr)andkiste.

Die SANDkiste hat einen Durchmesser von knapp drei Meter und ist ca. 1/2 Meter tief.
2/3 des Umfang sind mit einer niedrigen Mauer eingefasst. Vorne geht sie offen in die Terrassenpflasterung über.
Ich habe sie geliebt als unsere Mädels noch klein waren. Es hatten immer alle Kinder genug Platz, es wurden Burgen gebaut und Gräben geflutet. Die Muscheln aus den jährlichen Sommerurlauben fanden einen neuen Platz. Wir Eltern konnten bequem auf dem Bankerl rund herum sitzen und wenn es sehr heiß wurde, haben wir ein Sonnensegel darüber gespannt. Sand in der Wiese war auch nie ein Problem. Und der Sand, der auf die Terrasse verschleppt wurde, konnte einfach wieder zurück gekehrt werden.

Heute, sind die Mädels älter und nutzen sie seltener. Jetzt bietet uns die STRANDkiste das Gefühl von Süden. Und ich liebe sie nach wie vor, wenn wir mit einem kühlen Getränk in der Hand und den Füßen im Sand den Feierabend genießen.

Oder wenn wir ein Lagerfeuer machen. Dann sitzen wir rundum auf dem Bankerl und grillen Steckerlbrot, Marshmallows oder rösten Maroni.

Für den Winter haben wir eine Holzabdeckung gebaut, die wir in der wärmeren Jahreszeit beiseite nehmen. Heuer habe ich diese kreisrunde Holzabdeckung für die S(tr)andkiste Mitten auf die große Terrasse gelegt. Darauf einen Outdoor-Teppich und eine kleine Sitzgruppe. Das sieht nett aus und lockert die Fläche optisch ein wenig auf. Wir sitzen aber tatsächlich sehr selten dort. In den Jahren davor stand die Sitzgruppe immer an der Hauswand zwischen den Topfpflanzen, dort wo heuer die beiden Liegestühle stehen, und wurde oft genutzt. Wahrscheinlich fehlt die Rückendeckung. Nächstes Jahr werde ich das sicher wieder anders anordnen.

Die Liegestühle nutzen wir dagegen sehr oft. Tagsüber, aber auch abends zum Lesen. Von ihnen fällt der Blick auf das Pooldeck, wo die nächste Ruhemöglichkeit wartet.

Das Pooldeck

Der Pool war schon beim Haus dabei. Das Pooldeck, haben wir nachträglich dazu gebaut. Auf einer Seite haben wir es ein wenig länger gezogen, sodass noch drei Liegestühle Platz haben. Unter der Woche mag ich diesen Platz sehr gerne. Die Ecke rechts, wo zwei Stühle stehen, wird abends am längsten noch von der untergehenden Sonne erreicht. Herrlich hier den Tag ausklingen zu lassen und noch ein paar Minuten den lauwarmen Sonnenschein zu genießen.

Der Gemüsegarten

Auch im Gemüsegarten habe ich einen alten Klappstuhl neben der Regenwassertonne. Diesen Klappstuhl hatte ich gekauft, als ich in meine erste eigene Wohnung zog. Der Stoff der Rückenlehne und Sitzfläche war irgendwann nicht mehr schön und hat mir auch nicht mehr gefallen. Das Gestell war aber noch intakt. Ich hatte dann irgendwann jede Menge, mit Plastik ummantelte, Wäscheleine übrig und damit kurzerhand das Gestell bespannt. So ist der Klappstuhl jetzt wetterfest und vor allem nach einem Regen auch gleich wieder trocken.

Wenn ich im Gemüsegarten arbeite, muss ich öfter mal am Handy nachlesen, welche Pflanze am besten neben welcher angepflanzt oder ausgesät werden sollte – Stickwort gute Nachbarn, schlechte Nachbarn. Jetzt kann ich dabei gemütlich auf dem Sessel statt auf dem Boden sitzen.

Der nordseitige Vorgarten

Direkt an der Grundstücksgrenze haben wir ein Glashaus gebaut und davor eine kleine Terrasse angelegt. Sie liegt, wie auch das Glashaus, tiefer als der Bereich darüber. Um den Höhenunterschied auszugleichen ist sie mit Böschungssteinen eingefasst. Zwei Bretter machen daraus zwei gemütliche Sitzbänke. Vor allem im Sommer mag ich dieses Plätzchen sehr gerne, weil das Haus nachmittags seinen Schatten auf die Terrasse wirft.

Gegenüber, an der Grundstücksgrenze entlang, zieht sich eine Staudenrabatte bis zum Kaninchengehege. Kurz davor gibt es eine einfache Bank auf der man Platz nehmen und die Kaninchen beobachten kann. Und im Apfelbaum daneben hängt ganzjährig ein Hängesessel in dem man ganz schnell die Gedanken baumeln lassen kann.

Ein Platz den ich seltener nutze, ist das Hängemattengestell im Kieskreis. Das liegt vermutlich auch daran, dass die Hängematte erst aus dem Carport geholt und aufgehängt werden muss. Aber wenn sie dort einmal hängt, ist der Aufenthalt meist auch ein längerer. Auch hier ist es wieder meist der Hochsommer. Denn wenn es um die mittags oder nachmittags Zeit, sonst überall drückend heiß ist, ist es hier, nordseitig, direkt neben dem Haus, unglaublich angenehm.

Lange bevor ich in das Hängemattengestell investiert hatte, haben wir von Bekannten einen alten Strandkorb bekommen. Er war außen schon komplett kaputt und so habe ich ihn mit neuem Markisenstoff bezogen. Mittlerweile zeigt aber auch die Holzkonstruktion erste Alterserscheinungen und wir werden uns bald von dem Strandkorb verabschieden. Mal schaun was mir dann für den Platz einfällt.

Die ostseitige Dachterrasse

Und quasi on Top, gibt es seit dem Umbau noch die Dachterrasse. Sie ist aufgrund des Baurechts entstanden. Der Grenzabstand und die Bebauungsdichte machten sie genau an dieser Stelle notwendig.

Heute erfüllt sie aber auch zwei ganz bestimmte Anforderungen.

Zum einen gibt es zwei Liegestühle. Im Sommer befinden sie sich sehr früh im Schatten und es ist unglaublich entspannend dort in der Kühle des Hausschattens zu Lesen. Im Winter nutzen wir die beiden Liegestühle auch zum Abkühlen, wenn wir nach einem Saunagang in die kalte Nachtluf treten und ein paar Minuten im Liegestuhl verweilen.

Auf der anderen Seite der Dachterrasse haben wir auch einen Esstisch. Dieser ist weniger häufig im Einsatz. Aber ein schneller Kaffee oder ein ausgiebiges Frühstück unter den wärmenden Strahlen der Morgensonne sind genauso fein, wie am Abend ein Glas Wein. Durch die Höhe der Terrasse und der Hanglage des Hauses generell, sieht man fast nur die Natur und kaum Nachbarhäuser.

Fazit

14 Plätze (bald minus einem) sind es also, die zum „Hinsetzen“ einladen. Zum Entspannen, zum Plaudern, zum Abschalten, zum Lachen, zum Nachdenken, zum Gemeinsamsein, zum Alleinesein.

Vielleicht zu viele? Ich finde jeder dieser Plätze hat seine Berechtigung, jeder seine Bestimmung und keinen möchte ich missen. Erst durch die verschiedenen Sitzgelegenheiten, kann man den Garten in all seinen Facetten wahrnehmen und genießen.

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